Burggeschichte

Anno 350
Die Burg Arras ist mit der wechselvollen deutschen Geschichte von der ausgehenden Römerzeit bis zum Ende des Mittelalters eng verbunden. Auf dem Höhepunkt der Völkerwanderung im Jahre 350 errichtete der in Trier residierende weströmische Kaiser Magnentius oberhalb einer Straßenkreuzung einen befestigten Platz (lateinisch arrha = befestigter Berg) zur Abwehr gegen die einfallenden Franken.


Anno 950
Die 500 Jahre später einsetzenden verheerenden Normannenstürme, die Trier vollständig zerstörten, veranlassten um 900 einen der ranghöchsten Beamten des karolingischen Königshofes, den lothringischen Pfalzgrafen mit Dienstsitz in Aachen, die Burg Arras zum Schutz seines reichen Besitzes an der Mosel zu errichten. An diese Entstehungsgeschichte erinnern heute noch die drei Schilde im Burgwappen. Die Burg wurde 950 fertiggestellt und ist damit die älteste Befestigungsanlage der Region einschließlich des Mittelrheingebietes.


Kaiser Maximilian
Anno 1512
Das hohe Ansehen der Herren von Arras im frühen Mittelalter ergab sich aus den nahen Beziehungen, die diese zu den Landesherren von Trier unterhielten. Im Jahre 1105 wird die dem Hl. Laurentius gewidmete Burgkapelle von dem mächtigen Erzbischof Bruno geweiht. Dieser hatte über 20 Jahre als Ratgeber des letzten salischen Kaisers Heinrich V. in den schwierigen Zeiten des deutschen Kaisertums die Reichspolitik bestimmt. Diese Wertschätzung für die Arrasritter ist auch in der Folgezeit durch viele weitere Ereignisse belegt und zeigt sich besonders bei dem Besuch Kaiser Maximilians I. am 7.3.1512 und der anschließend von den Arrasrittern zum Reichstag nach Trier begleitet wurde. Ein Sohn der Burg, Dietrich von Metzenhausen, führte auf diesem Reichstag die Verhandlungen mit der französischen Königsfamilie, die das Herzogtum Burgund nicht den Habsburgern überlassen wollte. Diese Streitigkeiten waren Anlass und Ausgangspunkt der dann beginnenden und bis in unser Jahrhundert reichenden sog. Erbfeindschaft mit Frankreich. Zerstörung der Burg Arras und Vertreibung ihrer Bewohner im pfälzischen Erfolgekrieg waren 1689 die Folge.

Auch der trierische Kurfürst Johann von Metzenhausen (1492 -1540), auf dessen Betreiben die Bekämpfung der Wiedertäufer aus Münster zurückgeht, stammt von Burg Arras. Seiner Familie wurde in einer heute noch vorhandenen Urkunde ewiges Wohnrecht auf der Burg verliehen.


Anno 1624
Eine im Staatsarchiv verwahrte Bestandsaufnahme der Burggebäude aus dem Jahre 1624 gibt Auskunft über die damalige Wohn- und Lebensweise. Der noch vorhandene Weinkeller mit einem Fassungsvermögen von 32 Fudern Wein - ein Fuder umfasst im Moselland 1.000 Liter - diente der eigenen Versorgung. Ebenso sind sieben kleine Keller für Obst, Gemüse und Getreide verzeichnet. Stallungen für Pferde, Rindvieh und Schweine waren von einem der drei Innenhöfe zugänglich. Der Wohnteil allein umfasste acht Wohnstuben und 14 Schlafkammern. Die Burgkapelle befand sich im Anschluss an den Rittersaal. Den Burgherren standen neben dem Lachs- und Hechtfang in der Mosel und im Alfbach die hohe Jagd im benachbarten Kondelwald bis Bad Bertrich zu, dessen warme Quellen ihnen ebenfalls einst gehörten.

Nach dem Abzug der Franzosen am Ende des Pfälzischen Erfolgekrieges verfiel die Burg langsam. Die Ruine wurde von der Bevölkerung als Steinbruch benutzt. Der 1000jährige Turm, der im Erdgeschoss eine Stärke von 4 m aufweist, widerstand jedoch allen Zerstörungsversuchen und ist daher wohl das älteste Bauwerk zwischen Koblenz und Trier.

Anno 1900
Wiederaufbau. Der Bergwerksdirektor Traugott Wilhelm Dykerhoff aus Herne hat um 1900 unter Einbeziehung des stehengebliebenen Mauerwerkes die Burg wieder bewohnbar gemacht.

Bei der Besichtigung der Anlage und des Burgmuseums mit einer Gedenkstätte für den ehemaligen Bundespräsidenten Heinrich Lübke - einem Angehörigen der heutigen Eigentümer - wünschen wir Ihnen viel Freude.

Tauchen Sie ein in eine längst vergangene Zeit und erleben Sie die besondere Stimmung einer mittelalterlichen Ritterburg.